traditionelle Verfahren

Moxibustion: auch Moxa-Therapie, kurz Moxen, bezeichnet den Vorgang der Erwärmung von speziellen Punkten des Körpers. Hierfür wird Kräuterwolle aus den Blättern des Beifußes verwendet. Die angenehme Wärme, die durch das Verglühen des Krautes entsteht, führt zur Stärkung des Qi und seines Flusses. In China wird die Moxibustion bei entsprechender Indikation als eine der Akupunktur gleichrangige Therapie betrachtet, so auch in meiner Praxis.

Tuina: Die Massagetherapie ist die älteste Therapiemethode in der medizinischen Geschichte Chinas. Noch vor dem Einsatz von Werkzeugen, wie Steinspitzen und später Metallnadeln zur Akupunktur, benutzten die Menschen ihre Hände, um Leiden zu lindern und die Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand zu nehmen. Die frühen Heilkundler Chinas fanden heraus, dass gewisse Punkte bei Stimulation eine bestimmte Wirkung erzielten. Es wurden Verbindungen dieser oberflächlichen Punkte untereinander gefunden, die dann als Leitbahnen (Meridiane) bezeichnet wurden. Aber auch im Inneren verbinden diese Bahnen alle Organe und Körperteile wie ein Netzwerk miteinander. In diesen Bahnen zirkuliert das Qi und in Abhängigkeit davon auch das Blut. Somit werden diese beiden Anteile bei der Behandlung stimuliert, und dadurch der Stoffwechsel und die Durchblutung beeinflusst.

Qigong: Qigong ist der Ausdruck für die traditionell chinesische Heilgymnastik. Der Natürlichkeit von Atem und Bewegung folgend, begleiten Vorstellungsbilder, die der Natur entlehnt sind, die Übungen. So berühren sie tiefe, ursprüngliche Kräfte im Menschen. Alle Bewegungen werden in einem natürlichen Fluss ausgeführt. Sie entwickeln darin ein unaufdringliche Kraft, die mit den Wurzeln der vitalen Kräfte verbunden bleibt. Der / die Übende entspannt sich und der Atem wird langsam und gleichmäßig. Die täglichen Spannungen verlassen den Körper und es entsteht eine innere Harmonie. Der Körper wird gestärkt, die Gefühle gleichen sich aus und der Geist klärt sich. Die Regeln, die dem Qigong zu Grunde liegen, vermitteln sich mit den Übungen und werden nach und nach auch im täglichen Leben sichtbar und nachvollziehbar. Sie sind gleichzeitig ein Werkzeug, das eigene Leben neu zu ordnen und zu rhythmisieren. Eine verbesserte Selbstwahrnehmung kann entstehen und fördert im Alltag die Gelassenheit des / der Übenden. Über viele Jahrhunderte, in denen diese Übungen in daoistischen und konfuzianistischen Klöstern praktiziert und verfeinert wurden, wurde Qigong Teil der Heilkunde. Qigong findet nicht nur in Erholungsphasen nach Erkrankungen einen wichtigen Platz, sondern ist auch in der gesundheitlichen Prävention von Bedeutung. Dabei achtet man im Qigong nicht primär auf einzelne Symptome, sonder auf die Idee, einer dem Menschen innewohnenden Einheit, die mit jeder Qigong-Übung angestrebt und verbessert werden soll.

Diätetik: Die Nahrungsmitteltherapie hat in China eine lange Tradition und ist seit je her mit dem Wunsch nach langem Leben verbunden. Dazu gehört immer das regelmäßige Essen gesunder und der Jahreszeit entsprechender Nahrungsmittel. Qualitäten für die Bestimmung der Wirkung unserer Nahrungsmittel sind Geschmack, Geruch, Temperaturverhalten, Farbe und Konsitenz. Die Qualitäten stimulieren die inneren Organe und nähren sie. Von besonderer Bedeutung sind hier die Verdauungsorgane, deren Stützung meist im Zentrum jeder diätetischen Verordnung steht. Bei der Auswahl passender Nahrungsmittel werden Umgebung, Lebensumstände und Gewohnheiten des / der Patient/en/in berücksichtigt. Gesundes Essen sollte schmecken und ohne großen Aufwand mit den bei uns üblichen Nahrungsmitteln zubereitet werden können. Es gehört gleichfalls zu jeder Ernährungsempfehlung, gewisse Nahrungsmittel und Zusatzstoffe unserer modernen Nahrung zu meiden, die bei übermäßigem Verzehr Ungleichgewichte im Organismus erzeugen können. Indem sich die energetische Wirkungsbeschreibung von Nahrungsmitteln in das diagnostische und therapeutische System der Chinesichen Medizin einfügt, kann die Diätetik wirkungsvoll mit anderen therapeutischen Verfahren der chinesischen Medizin verbunden werden.

Kräutertherapie: Ich verschreibe chinesische Arzneien in Form von Abkochungen (Dekokten), die Sie fertig bei der Apotheke abholen können, oder als Kräutertabletten. Sie werden dann täglich eingenommen. Die Verabreichungsdauer ist abhängig von der Art der Beschwerden. Sie werden dabei von mir regelmäßig untersucht, um sicherzustellen, dass die gewählte Rezeptur wirksam bleibt und die Rezeptur wird gegebenenfalls dem Behandlungsverlauf angepasst.

Akupunktur: Bei einer Akupunkturbehandlung werden sehr dünne Nadeln, so gut wie schmerzfrei, in ausgewählte Punkte eingestochen. Die Anzahl der gesetzten Nadeln ist dabei variable. In der Regel verbleiben die Nadeln 30 bis 40 Minuten in den Einstichstellen. Durch Manipulation an der Nadel wird ein Gefühl an der Einstichstelle oder im Verlauf der Energiebahnen ausgelöst (De-Qi-Gefühl), das zeigt, dass das Setzen der Nadel erfolgreich war.

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